Legehennenfütterung: Bedürfnisse für zweite Legephase berücksichtigen

Der Nährstoffbedarf der Legehenne ändert sich mit fortschreitendem Alter. Die ältere Henne hat einen tieferen Bedarf an Protein und Energie, braucht aber vermehrt Kalzium für eine starke Eischale. Zwei triftige Gründe in der Fütterung auf ein Futter für die zweite Legephase zu wechseln.  

In der Regel erhalten unsere Legehennen Allein- oder Ergänzungsfutter mit Körnern, das sämtliche Nähr- und Wirkstoffe enthält, welche die Henne benötigt. Der Nährstoffbedarf der Henne verändert sich aber mit dem Älterwerden und die Fütterung ist anzupassen.

Zweite Legephase mit tieferem Bedarf

In der zweiten Legephase, je nach Herde im Durchschnitt um die 40. bis 45. Alterswoche, sinkt die Legeleistung und damit nimmt auch der Bedarf an Nährstoffen (insbesondere Protein) ab. Der Futterkonsum bleibt zumeist auf dem gleichen Niveau oder erhöht sich sogar noch. In dieser Legephase ist die Henne ausgewachsen und braucht das im Futter angebotene Protein nicht mehr im gleichen Rahmen wie als junge Henne. Damit die Henne nicht unnötig Protein konsumiert, werden für diese Legephase Futter mit einem reduzierten Proteingehalt angeboten. Auch der Phosphorgehalt wird in diesem Futter gesenkt. Damit entlastet dieses Futter auch die Nährstoffbilanz des Betriebes.

Schalenqualität lässt sich übers Futter verbessern

Altersbedingt nimmt bei der Henne die Verwertung von Kalzium aus dem Futter ab. Als Folge muss die ältere Henne zur Bildung einer starken Eischale mehr Kalzium übers Futter aufnehmen als die junge Henne. In der Regel wird eine Erhöhung der Kalziummenge ab der 35. bis 40. Alterswoche nötig. Granovit bietet hier Futter für die zweite Legephase mit einem erhöhten Kalziumgehalt von 40g/kg an. Dieses Futter zeichnet sich durch unterschiedliche Kalziumquellen und einem Zusatz aus, der die Kalziumaufnahme verbessert.   

Es können dem aber auch 2-3g Muschelschalen oder Kalkgrit je Tier und Tag von Hand beigemischt werden. Muschelschalen und Kalkgrit gehören zu den langsam löslichen Calciumquellen und stehen der Henne in der Nacht zur Bildung der Eischale zur Verfügung. Idealerweise werden Muschelschalen und Kalkgrit in der zweiten Tageshälfte verabreicht.

Zwar kann mit zusätzlichen Kalziumgaben über das Futter die Schalenqualität direkt beeinflusst werden, aber leider lässt sich die altersbedingte Abnahme der Schalenqualität nicht immer vollständig kompensieren.

Verlängerung Legedauer

Die heutzutage eingestallten Hennen haben eine verbesserte Legepersistenz und sind nach einem Jahr noch nicht «legemüde». Solche Hennen erlauben es die Legedauer über ein Jahr zu verlängern. Wird aber beabsichtigt, die Hennen länger zu halten, ist besonders auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium zu sorgen und diese ist rechtzeitig anzugehen. Ein weiterer Grund früh ein Futter für die zweite Legephase zu verwenden.

Tipp: Denken Sie bei den älterwerdenden Hennen frühzeitig daran, das Kalziumangebot zu erhöhen.

 

Heidi Schäublin, Technischer Dienst